André Koopmann und Florian Klein
Seeger
André Koopmann und Florian Klein

Kultmarke braucht Handwerkskunst

Aus ganz Deutschland kommen die Kunden zu André Koopmann, der alte wie neue Modelle der englischen Sportwagenmarke Morgan repariert und restauriert.

Hannover.- (see) Kommt man in die Kfz-Werkstatt von André Koopmann in Sulingen fangen auch bei Nicht-Autofans die Augen zu leuchten an. Man fühlt sich zurückversetzt in die 30er Jahre, als man mit Ledermütze und dickem Mantel im offenen Sportflitzer unterwegs war. „Ich habe das große Glück, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe“, lacht der Kfz-Meister, der seit 2005 eine von vier Werkstätten in Deutschland für den britischen Sportwagenhersteller Morgan betreibt. „Seit fünf Jahren bin ich sogar der einzige offizielle Servicepartner von Morgan in Europa und arbeite eng mit dem Werk in Birmingham und dem deutschen Importeur in Unna zusammen“, sagt Koopmann stolz.

Anfang der 80er Jahre entflammte Koopmann für diesen exklusiven Sportwagen und mauserte sich langsam zum Spezialisten für englische Automobiltechnik. Was ist die Faszination am Morgan? „Es ist ein Auto wie aus einer vergangenen Welt mit einem ganz besonderen Flair, das weltweit eine eingefleischte Fangemeinde hat“, erläutert Koopmann. Seit genau 80 Jahren wird beispielsweise der Morgan 4/4 in England nahezu unverändert produziert – und zwar in Handarbeit und vom letzten Familienunternehmen in der Autoindustrie.

Für die Arbeit in der Werkstatt ist das eine große Herausforderung. Was Koopmann in seiner Ausbildung gelernt hat, kann er heute noch jeden Tag anwenden, aber auch mit neuer Technik und Elektronik muss er sich auskennen, auch wenn sie in den neuen Morgan-Modellen bei weitem nicht so exzessiv verbaut ist wie in herkömmlichen Autos. „Alles andere wäre für mich auch zu langweilig“, lacht Koopmann. Denn Morgan-Kunden vertragen nur geringfügige Änderungen, weder Form noch Ausstattung, wie der Rahmen aus Eschenholz, dürfen sich grundlegend verändern, und auch auf Zusatzkomfort wie elektrische Sitzverstellung legen sie keinen Wert.  

Das Geschäft läuft seit 2005 jedenfalls blendend, seine Kunden kommen aus ganz Deutschland, um ihren Old- oder Newtimer restaurieren, reparieren oder in Stand halten zu lassen. Viele kennt er seit Jahrzehnten und erfüllt ihnen jeden Wunsch. Sogar eine Anhängekupplung hat er für den Morgan entwickelt, die hinter dem Nummernschild verschwindet, damit die nostalgische Optik nicht gestört wird.

Nur vergrößern konnte er seinen Betrieb nicht, weil qualifiziertes Personal nicht zu finden ist. Daher setzt er seit zwei Jahren „auf ein eigenes Gewächs“. In Florian Klein hat er den Lehrling gefunden, der mit fast ebenso viel Enthusiasmus bei der Arbeit ist wie er selbst.

Ans Aufhören denkt Koopmann, der sich auch mit Motortuning auskennt und Sicherheitsequipment für historischen Motorsport fertigt, noch lange nicht. Aber er grübelt, wie er sein unschätzbares Wissen, das er in Jahrzehnten angesammelt hat, weitergeben kann. Am liebsten an jemanden, der seine Werkstatt langfristig weiterführt. (20.09.2016)

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